Das Freiburger Textbüro
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Die überaus traurige Geschichte von der reizenden Prinzessin und dem wunderhübschen Prinzen
Diese Geschichte geht nicht gut aus - und wenn Sie den Tag heiter beschließen wollen, sollten Sie nicht weiterlesen.
Denken wir, der Tag habe so reizend begonnen, wie es die reizende Prinzessin ist, und er könnte so wunderhübsch enden, wie der Prinz wunderhübsch ist.
Und wie Anfang und Ende zusammengehören, so sollten auch sie untrennbar sein, die reizende Prinzessin und der wunderhübsche Prinz. Der Meinung waren sie
im Übrigen auch, und so verabredeten sie gleich am ersten Abend, als sie sich auf einem rauschenden Fest kennen gelernt hatten, ein baldiges Wiedersehen,
das zudem das letzte sein sollte - denn sie waren guter Dinge, sich fernerhin nie wieder zu trennen. Trennten aber ihr gemeinsam benutztes Bierdeckelchen
mitten hindurch und notierten sich mit zittrig erregter Hand auf beiden einzelnen Teilen: Wiedersehen, 15., Samstag. Wahnsinnig wichtig!
Die reizende Prinzessin aber wartete am Samstag am verabredeten Ort auf ihren wunderhübschen Prinzen, wartete eine Stunde, zwei und drei, ging nach vier
Stunden davon und ward ihres Lebens nimmer froh.
Der wunderhübsche Prinz aber wartete am 15. am verabredeten Ort auf seine reizende Prinzessin, wartete eine Stunde,
zwei und drei, ging nach vier Stunden davon und ward seines Lebens nimmer froh.
Und warum dieses Elend? Der Samstag war ja ein 16. gewesen. Die reizende Prinzessin hatte nun am Samstag den 16. auf ihren wunderhübschen Prinzen gewartet, der wunderhübsche Prinz aber am Freitag den 15. auf seine reizende Prinzessin.
Und diese Geschichte ist so überaus traurig, dass man im Grunde gar keinem Text mehr trauen sollte, wenn er nicht zuvor im Lektorat gewesen ist ...