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Zeilen zur Krise XV: Bahnhof Bonn

Man ging da nie gerne hin, auch vor diesem Frühjahr nicht, zum Hauptbahnhof Bonn. Eine ewige Baustelle, die nie fertig wurde und wird und von der man nicht sicher ist, ob man es den Bonnern wünschen sollte, dass sie fertig wird – man hätte nicht die Gewissheit, dass es danach besser ist.

Seit Jahren wird an Gleis 1 das Dach renoviert und ist seit einiger Zeit (siehe oben, 3. April) beinahe schon so gut wie fast gleich fertig. Derweil regnet es auf Gleis 2 rein.
Aber nicht in diesen Zeiten. Wir haben ja seit Jahren schon – seit Beginn der virusbedingten Einschränkungen im Lande, etwa Mitte März also – heftigsten Sonnenschein. Da kann man es zur Not sogar an Bonn Hbf aushalten: Das Dach hat Löcher, durch die der Regen fällt, aber für Schatten reicht es noch lange hin.

Jetzt stehe ich an diesem Bahnhof und der wirkt wie eine alte Industrieruine, museal, wie aus einer anderen Zeit. Ist das so lange her, dass hier normales Treiben war, etwas wie Geschäftigkeit? Die Bauarbeiter haben ihre Geräte abgestellt, haben abmontierte Schilder (Bonn Hbf) liegen gelassen, sind gegangen und nicht wiedergekommen. Die Fahrgäste sind ausgestiegen, wenn es sich gar nicht vermeiden ließ, sind nach Hause gegangen und nicht wiedergekommen. Das Personal hat Feierabend gemacht und ist nicht wiedergekommen. So wirkt es auf mich – auch wenn vereinzelte Reisende oder Reisewillige herumstehen, irrtümlich womöglich, keiner hat ihnen gesagt, dass dies ein Museum ist. Ein alter, maroder Bahnhof aus den Zeiten vor der virusbedingten Schließung. Vielleicht sind es auch nur Menschen, die mal wieder das Gefühl genießen wollen, an einem Bahnhof zu stehen und eine Reise anzutreten. Ein Koffer würde dieses Gefühl sicher intensivieren. Hat aber keiner dabei – würde ja nur neugierige Blicke auf sich ziehen.

Tatsächlich aber bin ich es, den sie ansehen. Und das liegt nicht am Koffer, den ich nicht dabei habe. Es liegt an dem Nagetier an meiner Seite, das zwar auch flüchtig betrachtet nicht als Osterhase durchgeht, aber freundlich grüßend nach links und rechts nickt.
„Der Osterhase“, sagt das Murmeltier in diesem Moment, nicht ohne Stolz, „sollte ja eigentlich gar nicht unbedingt ein Hase sein. Da waren ja auch andere im Gespräch. Soll ich dir sagen, wer?“
„Lass mich raten …“, sage ich. „Und warum ist nichts draus geworden?“
„Hab verschlafen.“

Zeilen zur Krise XVI: Zurück zum Tier

Kurz notiert

Zum Mitnehmen

Manche meiner Kunden setzen zu viele Kommas – oder auch Kommata, das ist beides o.k. Daher habe ich immer welche übrig und gebe sie gerne kostenlos ab. Das ist eine Win-win-Situation für uns alle (übrigens nicht Win-Win-...).

Zum Vergleichen

Was kostet eigentlich ein Lektorat? Schwer zu sagen – die Forderungen variieren sehr stark. Meine Preise liegen aber eher im unteren mittleren Bereich des seriösen Spektrums. Und bedenken Sie: Bei den Kosten für eine hochwertige Publikation ist das Lektorat keine große Summe.

Zur Sicherheit

Wenn Sie unsicher sind, helfe ich gerne weiter. Nicht bei der Frage nach Tee oder Kaffee, aber z. B. bei der nach Dativ oder Genitiv. Kontaktieren Sie mich – ich kläre das und schicke Ihnen bei Bedarf eine kurze Expertise. Für meine Kunden gehört das zum Service.

Zum Lachen

Fehler als Lacher – mein Favorit ist hier immer noch (obwohl im Grunde eher zum Weinen): Ein Kundenmagazin, das die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie thematisiert, darin der Satz: „Der kleine Kevin wird jeden Morgen von 8 bis 12 Uhr bereut …“ Das arme Kind!
Auch sehr schön: der Nähstoff.
Und natürlich aus jüngerer Zeit: der Strandpunkt – ach, da möchte man doch grad die Strandtasche packen und Richtung Meer flipfloppen.

Zum Feiern

Vermutlich werden in diesem Jahr besonders viele Besucher nach Faid strömen: Die einen, weil sie sich wie jedes Jahr auf die Kirmes freuen,

Kimres.

... die anderen, weil sie gespannt sind auf etwas völlig Neues, noch nie Dagewesenes. Allen sei ein schönes Fest gegönnt – und hoffentlich war das Banner nicht zu teuer.

Zum Schluss

Habe ich Sie neugierig gemacht? Probieren Sie es aus. Ihr nächster Flyer, die neue Ausgabe Ihres Newsletters – was auch immer. Lassen Sie mich einen Blick drauf werfen.