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Werkstattberichte

Hier finden Sie alle älteren Artikel aus meiner monatlichen Kolumne. Was dem Lektor so auf- und einfällt.

Immer wieder gerne kritisiert, immer wieder belächelt und glossiert, auch an dieser Stelle – das wie, das als als herhalten muss. Wie statt als, oder gar als wie, das ist in manchem deutschen Dialekt Alltag und auch der Duden hat es als zumindest in der Umgangssprache weit verbreitet akzeptiert. Hilft ja alles nichts, auch wenn die Gleichsetzung von wie und als gründlich schief gehen und zu erheblichen Verständnisproblemen führen kann,  wie ich gelegentlich vor rund zehn Jahren ausführte.
Was soll man aber machen und wie soll man argumentieren, wenn selbst der Großmeister, der Dichterfürst, für den allein das Wort Dichterfürst erfunden wurde und den man heute zuvörderst aus einer nach ihm benannten Filmreihe kennt, wenn Goethe also, der Johann, der Wolfgang schreibt: Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug ALS WIE zuvor – ist dann nicht eigentlich schon gleich und längst Hopfen und Malz verloren?
Bestenfalls dürfen wir davon ausgehen, dass allein die gründliche Lektüre des Olympiers (auch das ein Goethe vorbehaltener Nom de Guerre) zu der Verbreitung des als wie beigetragen hat. Wollen wir es hoffen.

Der Sprachwandel ist ein träger Bursche. Auch wenn Moden kommen und gehen, trendige Ausdrücke aufploppen wie Mais auf der heißen Herdplatte und wieder verschwinden wie Popcorn im Kino – manchmal ist man doch erstaunt, wie sich einzelne Begriffe über die Jahre retten. Heute ist mir mehrmals das Wort Schnurlostelefon begegnet. Schnurlostelefon (südbadisch Händie, von: Hän die kai Schnur?) – schon  die Entstehung eines derart analogen, umständlichen Wortes ist bemerkenswert. Dass sich das Wort durchsetzen konnte und sogar immer noch verwendet wird in einer Zeit, in der längst das kabelgebundene Telefon der besonderen Erwähnung bedürfte, ist auf seine Art schon komisch.

Aber wie gesagt: Der Sprachwandel ist eher ein gemütlicher Zeitgenosse und hinkt technologischer Hyperaktivität heutzutage meist um ein paar Generationen hinterher.

Vor etwa 40 Jahren ist das große Binnen-I bei den KollegInnen, BürgerInnen und FreundInnen aufgetaucht. Jahrzehntelang führte es ein Schattendasein in feministischen Publikationen und bei den Grünen.

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Ahnen, Ahnung, keine Ahnung ­– ein ziemlich diffuses Wort, übrigens mit einem ebenso diffusen Klang, wie ich finde: Ahnen. Aaahnen. Das hat doch phonetisch keinen Anfang und kein Ende.

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Dass so etwas wie der Straßenverkehr weitgehend funktioniert, ist letztlich erstaunlich. Ein derart komplexes System von Regeln, das trotz ihrer oft eher nachlässigen Auslegung sich weltweit immer wieder bewährt – eine echte Kulturleistung.

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Kurz notiert

Zum Mitnehmen

Manche meiner Kunden setzen zu viele Kommas – oder auch Kommata, das ist beides o.k. Daher habe ich immer welche übrig und gebe sie gerne kostenlos ab. Das ist eine Win-win-Situation für uns alle (übrigens nicht Win-Win-...).

Zum Vergleichen

Was kostet eigentlich ein Lektorat? Schwer zu sagen – die Forderungen variieren sehr stark. Meine Preise liegen aber eher im unteren mittleren Bereich des seriösen Spektrums. Und bedenken Sie: Bei den Kosten für eine hochwertige Publikation ist das Lektorat keine große Summe.

Zur Sicherheit

Wenn Sie unsicher sind, helfe ich gerne weiter. Nicht bei der Frage nach Tee oder Kaffee, aber z. B. bei der nach Dativ oder Genitiv. Kontaktieren Sie mich – ich kläre das und schicke Ihnen bei Bedarf eine kurze Expertise. Für meine Kunden gehört das zum Service.

Zum Lachen

Fehler als Lacher – mein Favorit ist hier immer noch (obwohl im Grunde eher zum Weinen): Ein Kundenmagazin, das die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie thematisiert, darin der Satz: „Der kleine Kevin wird jeden Morgen von 8 bis 12 Uhr bereut …“ Das arme Kind!

Zum Feiern

Vermutlich werden in diesem Jahr besonders viele Besucher nach Faid strömen: Die einen, weil sie sich wie jedes Jahr auf die Kirmes freuen,

Kimres.

... die anderen, weil sie gespannt sind auf etwas völlig Neues, noch nie Dagewesenes. Allen sei ein schönes Fest gegönnt - und hoffentlich war das Banner nicht zu teuer.

Zum Schluss

Habe ich Sie neugierig gemacht? Probieren Sie es aus. Ihr nächster Flyer, die neue Ausgabe Ihres Newsletters – was auch immer. Lassen Sie mich einen Blick drauf werfen.