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Zeilen zur Krise XIV: Die Rückkehr

Die Menschen beginnen lose, dünne Hoffnungen zu einem brauchbaren Seil zu flechten für nach dem Lockdown – was für ein Wort im Übrigen: Lockdown. Klingt nach Regieanweisung, Action-Kino, James-Bond-Genre. „Wir müssen vor dem Lockdown noch etwas mehr Spannung aufbauen.“ So ähnlich.

Die Politik wagt sich mit vorsichtigen Andeutungen vor – sehr vorsichtig. Da ist von einem Silberstreif am Horizont die Rede. Alle sagen, dass man jetzt geduldig sein müsse, dass noch lange nicht usw., man könne aber bald darüber nachzudenken beginnen. Langsame Rückkehr zur Normalität wird dann vage in Aussicht gestellt, insbesondere unser Landesvater wagt sich da weit aus dem Fenster. Zu weit, wie viele finden. Aber was heißt das schon, zurück? Vermutlich werden dann erst mal ein paar Gigatonnen Mehl auf dem Müll landen, Lebensmittel in ungeahnten Mengen werden weggeworfen werden, wenn die Leute ihre Depots räumen, weil sie letztlich doch nicht wissen, was man mit Mehl so macht. Viele, die noch nie gebacken, höchstens mal eine Backmischung zusammengerührt haben, werden feststellen, dass Hefe nicht sehr lange haltbar ist, dass sie eine längere Unterbrechung der Kühlkette nicht verzeiht und dann sehr schnell sehr unangenehm riecht. Und dann kann man nicht mal mehr Bier draus machen. Muss es also weiter im Laden kaufen, so wie ich.
Das Murmeltier sagt, ich soll wieder Bügelflaschen nehmen. Die kriege es besser auf. Mir wird augenblicklich klar, welche Flaschen ich auf keinen Fall kaufen werde.

Ich weiß auch nicht, warum es das tut, aber das Murmeltier hat plötzlich Gefallen daran gefunden, ständig irgendein Zeug vor sich hin zu nuscheln. Man versteht das kaum.
„Hör auf, so zu nuscheln“, sage ich dann, obwohl es mich nicht die Bohne interessiert, was das Tier zu sagen hat oder zu sagen zu haben meint. Seine Meinung ist definitiv nicht gefragt. Aber damit stehe ich offensichtlich ziemlich alleine da.
„Ich nuschle nicht“, nuschelt es dann. „Ich MURMLE!“ – Na super. Jetzt fängt es auch noch mit Wortwitzen an.
„Können wir es nicht einfach dabei belassen, dass du einmal am Tag nett grüßt?“

Wann aber hat der Lockdown begonnen? Zweite Märzhälfte? Dann wird wohl – und das ist der eigentliche Lichtblick, der Gold- und Silberstreifen am Horizont dieses eigenartigen Jahres – zu Weihnachten nicht nur das Christkind kommen.

Zeilen zur Krise XV: Bahnhof Bonn

Kurz notiert

Zum Mitnehmen

Manche meiner Kunden setzen zu viele Kommas – oder auch Kommata, das ist beides o.k. Daher habe ich immer welche übrig und gebe sie gerne kostenlos ab. Das ist eine Win-win-Situation für uns alle (übrigens nicht Win-Win-...).

Zum Vergleichen

Was kostet eigentlich ein Lektorat? Schwer zu sagen – die Forderungen variieren sehr stark. Meine Preise liegen aber eher im unteren mittleren Bereich des seriösen Spektrums. Und bedenken Sie: Bei den Kosten für eine hochwertige Publikation ist das Lektorat keine große Summe.

Zur Sicherheit

Wenn Sie unsicher sind, helfe ich gerne weiter. Nicht bei der Frage nach Tee oder Kaffee, aber z. B. bei der nach Dativ oder Genitiv. Kontaktieren Sie mich – ich kläre das und schicke Ihnen bei Bedarf eine kurze Expertise. Für meine Kunden gehört das zum Service.

Zum Lachen

Fehler als Lacher – mein Favorit ist hier immer noch (obwohl im Grunde eher zum Weinen): Ein Kundenmagazin, das die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie thematisiert, darin der Satz: „Der kleine Kevin wird jeden Morgen von 8 bis 12 Uhr bereut …“ Das arme Kind!
Auch sehr schön: der Nähstoff.
Und natürlich aus jüngerer Zeit: der Strandpunkt – ach, da möchte man doch grad die Strandtasche packen und Richtung Meer flipfloppen.

Zum Feiern

Vermutlich werden in diesem Jahr besonders viele Besucher nach Faid strömen: Die einen, weil sie sich wie jedes Jahr auf die Kirmes freuen,

Kimres.

... die anderen, weil sie gespannt sind auf etwas völlig Neues, noch nie Dagewesenes. Allen sei ein schönes Fest gegönnt – und hoffentlich war das Banner nicht zu teuer.

Zum Schluss

Habe ich Sie neugierig gemacht? Probieren Sie es aus. Ihr nächster Flyer, die neue Ausgabe Ihres Newsletters – was auch immer. Lassen Sie mich einen Blick drauf werfen.