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Zeilen zur Krise XII: Wieder am Rhein

Zu Hause riecht es zunehmend nach Kleintierhandlung. Ich bevorzuge daher die frische Luft draußen und gehe zum Rhein. „Vater Rhein?“, fragt das Murmeltier. „Sag ihm ’nen schönen Gruß!“ War klar. Ich antworte nicht.

Auf dem Weg durchs Wohngebiet fällt mir auf, dass jetzt noch mehr als sonst die Leute Kartons mit Dingen vor die Tür stellen. „Zu verschenken!“ Praktische Nachbarschaftshilfe in Zeiten der Krise und Solidarität? Ich bin mir nicht sicher, ob wirklich schon ein Engpass besteht an angeschlagenen Tassen mit zehn Jahre altem Kaffeerand und schadhaften Vasen, aber gut. Besser als gar nichts. Ein Jahressatz des Fußballmagazins „11 Freunde“. Wo der wohl herkommt? Vor 25 Jahren in Freiburg, da wäre das noch zu Geld zu machen gewesen. Da ist auch eine Tränke für Kleinnager – das wäre vielleicht was. Das Murmeltier geht immer öfter an mein Bier, kommt aber mit den Kronkorken nicht zurecht. Und ich finde, ich kann die kleinen Brauereien durchaus alleine unterstützen.

Am Rhein eine Gruppe Teenager. Brav mit Abstand sitzen sie da, alle mit schwerem Kopfhörer versiegelt, und versenken sich zweihändig knietief in ihre Smartphones. Alles ganz normal also. Das Kontaktverbot dürfte ihnen eigentlich nicht schwerfallen, wenn sie ohnehin weitgehend über ihre Geräte kommunizieren. Und die zwei Meter lassen sich sogar problemlos mit Bluetooth überbrücken. Muss man nicht mal die Flatrate für beanspruchen.

Dann sehe ich wieder den Schiffen zu, die voll beladen Richtung Basel dieseln. Warum werden Schiffe eigentlich ausschließlich weiblich benannt? Selbst Poseidon oder Beethoven heißen dann die Poseidon, die Beethoven. Weibliche Wasserfahrzeuge – da muss man im Deutschen schon ziemlich abgelegene Begriffsfelder abgrasen: Die Dschunke, die Jolle, die Barkasse, die Nussschale fallen mir da ein. Worüber man sich so seine Gedanken macht, wenn man als Lektor nicht lektoriert, sondern am Rhein rumsitzt und in die Sonne blinzelt. Die Beethoven liegt übrigens verwaist an Pier 5 – in diesem Frühjahr gibt es vermutlich keine Ausflüge mehr.
Bevor ich wieder gehe, wende ich mich noch einmal zum Fluss.
„Schönen Gruß auch!“, sage ich.
„Von wem?“, fragt der Rhein.

Zeilen zur Krise XIII: Romane aus der Quarantäne

Kurz notiert

Zum Mitnehmen

Manche meiner Kunden setzen zu viele Kommas – oder auch Kommata, das ist beides o.k. Daher habe ich immer welche übrig und gebe sie gerne kostenlos ab. Das ist eine Win-win-Situation für uns alle (übrigens nicht Win-Win-...).

Zum Vergleichen

Was kostet eigentlich ein Lektorat? Schwer zu sagen – die Forderungen variieren sehr stark. Meine Preise liegen aber eher im unteren mittleren Bereich des seriösen Spektrums. Und bedenken Sie: Bei den Kosten für eine hochwertige Publikation ist das Lektorat keine große Summe.

Zur Sicherheit

Wenn Sie unsicher sind, helfe ich gerne weiter. Nicht bei der Frage nach Tee oder Kaffee, aber z. B. bei der nach Dativ oder Genitiv. Kontaktieren Sie mich – ich kläre das und schicke Ihnen bei Bedarf eine kurze Expertise. Für meine Kunden gehört das zum Service.

Zum Lachen

Fehler als Lacher – mein Favorit ist hier immer noch (obwohl im Grunde eher zum Weinen): Ein Kundenmagazin, das die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie thematisiert, darin der Satz: „Der kleine Kevin wird jeden Morgen von 8 bis 12 Uhr bereut …“ Das arme Kind!
Auch sehr schön: der Nähstoff.
Und natürlich aus jüngerer Zeit: der Strandpunkt – ach, da möchte man doch grad die Strandtasche packen und Richtung Meer flipfloppen.

Zum Feiern

Vermutlich werden in diesem Jahr besonders viele Besucher nach Faid strömen: Die einen, weil sie sich wie jedes Jahr auf die Kirmes freuen,

Kimres.

... die anderen, weil sie gespannt sind auf etwas völlig Neues, noch nie Dagewesenes. Allen sei ein schönes Fest gegönnt – und hoffentlich war das Banner nicht zu teuer.

Zum Schluss

Habe ich Sie neugierig gemacht? Probieren Sie es aus. Ihr nächster Flyer, die neue Ausgabe Ihres Newsletters – was auch immer. Lassen Sie mich einen Blick drauf werfen.