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Zeilen zur Krise XXXI: Die Wissenschaft

Vor ein paar Jahren noch, also bis etwa Mitte März, hatten wir eine Klimadebatte. In der Zeit ist mit einem der letzten Gletscher auch das Murmeltier aus den Alpen ausgewandert und dann irgendwie bei mir gelandet – es schweigt sich über Details nach wie vor aus.

Abgesehen von ein paar Präsidenten und anderen Wirrköpfen bestand Konsens darin, dass der Klimawandel erheblich sei und zudem vordergründig menschengemacht. Besagte Regenten gingen davon aus, der Klimawandel sei in chinesischen Laboren entstanden – und als er fertig war, das wissen wir heute, hat man sich dort gleich an die Arbeit gemacht hat, COVID-19 zu erfinden. Die anderen, die sich um die Welt und ihre persönliche Zukunft  sorgten, warfen den Regierenden vor, nicht auf die Wissenschaft zu hören. Alle Experten verwiesen einhellig auf die Notwendigkeit zu handeln, mit graduellen Unterschieden nur, etwa was die aktuelle Uhrzeit betraf – aber auch hier betrug die Konsenslücke lediglich zehn Minuten: Während die einen sicher waren, dass es fünf nach zwölf sei, war es bei den Optimistischeren noch fünf vor. Nur die Politik wollte nichts davon hören, schob die Wissenschaftler beiseite, wandte sich wieder der Öl- und Kohlelobby zu und sagte: „Können wir Ihnen sonst noch helfen?“

Nun verbreitet sich eine Ansicht, die einen auffällig gegenteiligen Vorwurf erhebt, nämlich dass die Politik viel zu sehr auf die Wissenschaft höre, ja die Wissenschaftler hätten die Macht quasi im Handstreich übernommen bzw. trieben die Politik vor sich her, um ihre eigenen Interessen zu vertreten, und überhaupt solle doch der Souverän (das sind Sie und ich) wieder selbst entscheiden, denn er sei vernünftig und wisse selbst am besten, was gut für ihn sei. (Ein kurzer Blick in die Geschichte sagt mir allerdings: Nein, das weiß der Souverän eher nicht.) Ich bin mir nicht sicher, ob das die Gleichen sind, die die Politik einerseits für wissenschaftshörig, andererseits für wissenschaftsignorant erachten – in meinem Umfeld bilden sie aber eine erstaunlich große Schnittmenge. Und dabei sind auch diejenigen, die bei einer Naturkatastrophe, wenn die komplette Hilfsmaschinerie angelaufen ist aus Feuerwehr, Rotem Kreuz, THW und Malteser-Hundestaffel, noch bevor der Einsatz beendet ist genau wissen, was alles ganz miserabel gelaufen ist und völlig falsch gemacht wurde. Nämlich so ziemlich fast alles.

 

Dieser kleine Blog in Corona-Zeiten wird fortlaufend geschrieben.
Bei Interesse beginnen Sie Ihre Lektüre doch am besten beim 25. März.

Kurz notiert

Zum Mitnehmen

Manche meiner Kunden setzen zu viele Kommas – oder auch Kommata, das ist beides o.k. Daher habe ich immer welche übrig und gebe sie gerne kostenlos ab. Das ist eine Win-win-Situation für uns alle (übrigens nicht Win-Win-...).

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Was kostet eigentlich ein Lektorat? Schwer zu sagen – die Forderungen variieren sehr stark. Meine Preise liegen aber eher im unteren mittleren Bereich des seriösen Spektrums. Und bedenken Sie: Bei den Kosten für eine hochwertige Publikation ist das Lektorat keine große Summe.

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Wenn Sie unsicher sind, helfe ich gerne weiter. Nicht bei der Frage nach Tee oder Kaffee, aber z. B. bei der nach Dativ oder Genitiv. Kontaktieren Sie mich – ich kläre das und schicke Ihnen bei Bedarf eine kurze Expertise. Für meine Kunden gehört das zum Service.

Zum Lachen

Fehler als Lacher – mein Favorit ist hier immer noch (obwohl im Grunde eher zum Weinen): Ein Kundenmagazin, das die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie thematisiert, darin der Satz: „Der kleine Kevin wird jeden Morgen von 8 bis 12 Uhr bereut …“ Das arme Kind!
Auch sehr schön: der Nähstoff.
Und natürlich aus jüngerer Zeit: der Strandpunkt – ach, da möchte man doch grad die Strandtasche packen und Richtung Meer flipfloppen.

Zum Feiern

Vermutlich werden in diesem Jahr besonders viele Besucher nach Faid strömen: Die einen, weil sie sich wie jedes Jahr auf die Kirmes freuen,

Kimres.

... die anderen, weil sie gespannt sind auf etwas völlig Neues, noch nie Dagewesenes. Allen sei ein schönes Fest gegönnt – und hoffentlich war das Banner nicht zu teuer.

Zum Schluss

Habe ich Sie neugierig gemacht? Probieren Sie es aus. Ihr nächster Flyer, die neue Ausgabe Ihres Newsletters – was auch immer. Lassen Sie mich einen Blick drauf werfen.