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Bericht aus der Werkstatt mit Großnager XII: Schaf und Tracht

Auf halber Höhe zwischen Westerwald und Rhein lebt man mit Pferden in Herden, auch ein Wolf soll unweit sein Wesen treiben – bis vor Kurzem hätte man noch Unwesen gesagt. Zudem sagen sich hier einige Tiere die ganze Nacht lang lautstark gute Nacht, nur Caruso, der Hahn, ist weitergezogen.

Vielleicht war er ja auch nur für ein paar Monate ausgeliehen, ein Miet-Gigolo als Dienstleister glücklicher Hühner. Ferner lebt hier ein weitgehend domestiziertes Murmeltier, das sich brüstet, den Hahn eigenhändig davongejagt zu haben, vor dem Wolf aber den allergrößten Respekt hat. Ob das nicht auch ein Großnager sei, fragte es neulich, erstaunlich wenig bewandert in der zoologischen Einordnung wie auch den Essgewohnheiten des Canis lupus. Nein, erklärte ich, mit Nagen halte der sich nicht lange auf, das sei eher ein Warmzerfleischer aus der Familie der Auseinanderreißer, eng verwandt mit den Amstückverzehrern – kurz: ein Fleischfresser.
Das Murmeltier fand das nicht lustig.

Und dann gibt es auf der Hochebene eine Handvoll Schafe, die jetzt, Richtung Mitte Juni noch fett in der fetten Wolle stehen. Sogar das Murmeltier hat längst schon sein Winterfell abgelegt und verteilt es seit Wochen großzügig im Haus – ich muss fast täglich den Staubsauger leeren. Den Schafen ist erkennbar warm. Zudem warnt mich ein Schild an dem Elektrozaun vor den kuscheligen Wiederkäuern: Vorsicht! Trächtige Schafe!

Das verwirrt mich. Welche Art von Vorsicht soll ich hier walten lassen? Geht denn vielleicht von trächtigen Schafen – die offenbar ein erhöhtes Wärmebedürfnis haben, warum sonst hätte man sie nicht längst einer Schur unterzogen – eine besondere Gefahr aus? Neigen werdende Mütter unter den Schafen zu aggressivem Verhalten? Vorsichtshalber trete ich einen Schritt vom Weidezaun zurück. Das Murmeltier aber geht ganz nah an den Zaun heran, sagt „Hey, ihr doofen Schafe!“, wackelt mit den Ohren und zeigt den trächtigen Tieren auf der anderen Seite eine lange Nase.
Eines der Schafe, offenbar ein besonders trächtiges, kommt näher, blitzt den kleinen Großnager mit leuchtenden, gelben Augen an und bleckt grollend ein Dutzend beindruckender Beißer der Kategorie Reißzähne.

Das Murmeltier springt drei Meter zurück und fragt angsterfüllt und mit gesträubten Nackenhaaren: „Was war denn das?!“

„Das war möglicherweise ein Wolf“, erkläre ich. „Im Schafspelz.“

Bericht aus der Werkstatt mit Großnager XI: Das Talent

Bericht aus der Werkstatt mit Großnager XIII: Ahoi  

Kurz notiert

Zum Mitnehmen

Manche meiner Kunden setzen zu viele Kommas – oder auch Kommata, das ist beides o.k. Daher habe ich immer welche übrig und gebe sie gerne kostenlos ab. Das ist eine Win-win-Situation für uns alle (übrigens nicht Win-Win-...).

Zum Vergleichen

Was kostet eigentlich ein Lektorat? Schwer zu sagen – die Forderungen variieren sehr stark. Meine Preise liegen aber eher im unteren mittleren Bereich des seriösen Spektrums. Und bedenken Sie: Bei den Kosten für eine hochwertige Publikation ist das Lektorat keine große Summe.

Zur Sicherheit

Wenn Sie unsicher sind, helfe ich gerne weiter. Nicht bei der Frage nach Tee oder Kaffee, aber z. B. bei der nach Dativ oder Genitiv. Kontaktieren Sie mich – ich kläre das und schicke Ihnen bei Bedarf eine kurze Expertise. Für meine Kunden gehört das zum Service.

Zum Lachen

Fehler als Lacher – mein Favorit ist hier immer noch (obwohl im Grunde eher zum Weinen): Ein Kundenmagazin, das die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie thematisiert, darin der Satz: „Der kleine Kevin wird jeden Morgen von 8 bis 12 Uhr bereut …“ Das arme Kind!
Auch sehr schön: der Nähstoff.
Und natürlich aus jüngerer Zeit: der Strandort – ach, da möchte man doch grad die Strandtasche packen und Richtung Meer flipfloppen.

Zum Feiern

Vermutlich werden in diesem Jahr besonders viele Besucher nach Faid strömen: Die einen, weil sie sich wie jedes Jahr auf die Kirmes freuen,

Kimres.

... die anderen, weil sie gespannt sind auf etwas völlig Neues, noch nie Dagewesenes. Allen sei ein schönes Fest gegönnt – und hoffentlich war das Banner nicht zu teuer.

Zum Schluss

Habe ich Sie neugierig gemacht? Probieren Sie es aus. Ihr nächster Flyer, die neue Ausgabe Ihres Newsletters – was auch immer. Lassen Sie mich einen Blick drauf werfen.