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Zeilen zur Krise XXVIII: Sperrmüll im Viertel

Sperrmüll im Viertel. Wieder so ein ganz offensichtlicher Indikator dafür, dass mit den Zeiten etwas nicht stimmt – viele Menschen haben viel Zeit. Zeit für die Familie, Zeit für Sport, für den Park und idealerweise Zeit für Sport mit der Familie im Park.

Dann liest man endlich mal den Mann ohne Eigenschaften oder kämpft sich noch einmal durch alle Harry Potters, vielleicht sogar mal auf Englisch. Aber wenn man damit durch ist, bleibt immer noch ganz viel Zeit übrig.
Und dann ist der Keller dran. Dann kommen die Inliner aus den 90ern zum Vorschein, das war mir schon vor Wochen aufgefallen, was da alles wieder übergewichtig über die Parkwege rollert. Gut, dass die gebrochenen Schultern und aufgeschürften Ellbogen keine Intensivbetten in der Klinik belegen. Und dann tauchen auch die Bücherkisten vom letzten Umzug auf – die sich dann direkt unausgepackt vor den öffentlichen Bücherschränken stapeln. Die Chance, dort den Mann ohne Eigenschaften zu finden, ist gering. Wer den im Regal hat, der gibt es nicht leichthin auf, ihn irgendwann doch noch zu lesen! Was sich noch im Keller findet, hinter den Bücherkisten und Inlinern, gut versteckt und erstaunlicherweise auch gut in Schuss: Papas Mofa! Oder wie sonst ist zu erklären, dass auf einmal so viele Jugendliche mit einem Uraltmofa von Puch, Zündapp oder Hercules rumstänkern? Gefährte, die seit Jahrzehnten fast ganz aus dem Stadtbild verschwunden waren, höchstens noch von alten Männern auf dem Weg zum Schrebergarten oder zum Flaschensammeln verwendet. Kriegt man dieses Zweitaktgemisch, das man sich früher an einer Art einarmigem Banditen selbst mischen musste, eigentlich noch an der Tankstelle?

Das letzte Mal gab’s solche Sperrmüllberge vor sieben Jahren, als die verschiedenen Bonner Rheinzuläufe aus der Eifel sich widerstandlos einem Sturzregen ergaben und daraufhin dem ganzen Bonner Süden das Wasser knietief in den Kellern stand.
Am Straßenrand auch ein Hamsterkäfig. Mit Laufrad. Das interessiert das Murmeltier.
„Das ist für Kleinnager!“, sage ich, „und du hast ziemlich zugelegt in letzter Zeit!“
„Passt!“, sagt der Großnager und zwängt sich in das Hamsterrad. Weil es sich darin aber nicht bewegen kann, drehe ich das Rad von Hand. Ziemlich schnell. Das bereue ich erst in dem Moment, als das Tier mir vor die Füße kotzt. Es ist danach grußlos in seine Kaule getorkelt.

Zeilen zur Krise XXIX: Die Nachrichtenlage

Kurz notiert

Zum Mitnehmen

Manche meiner Kunden setzen zu viele Kommas – oder auch Kommata, das ist beides o.k. Daher habe ich immer welche übrig und gebe sie gerne kostenlos ab. Das ist eine Win-win-Situation für uns alle (übrigens nicht Win-Win-...).

Zum Vergleichen

Was kostet eigentlich ein Lektorat? Schwer zu sagen – die Forderungen variieren sehr stark. Meine Preise liegen aber eher im unteren mittleren Bereich des seriösen Spektrums. Und bedenken Sie: Bei den Kosten für eine hochwertige Publikation ist das Lektorat keine große Summe.

Zur Sicherheit

Wenn Sie unsicher sind, helfe ich gerne weiter. Nicht bei der Frage nach Tee oder Kaffee, aber z. B. bei der nach Dativ oder Genitiv. Kontaktieren Sie mich – ich kläre das und schicke Ihnen bei Bedarf eine kurze Expertise. Für meine Kunden gehört das zum Service.

Zum Lachen

Fehler als Lacher – mein Favorit ist hier immer noch (obwohl im Grunde eher zum Weinen): Ein Kundenmagazin, das die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie thematisiert, darin der Satz: „Der kleine Kevin wird jeden Morgen von 8 bis 12 Uhr bereut …“ Das arme Kind!
Auch sehr schön: der Nähstoff.
Und natürlich aus jüngerer Zeit: der Strandpunkt – ach, da möchte man doch grad die Strandtasche packen und Richtung Meer flipfloppen.

Zum Feiern

Vermutlich werden in diesem Jahr besonders viele Besucher nach Faid strömen: Die einen, weil sie sich wie jedes Jahr auf die Kirmes freuen,

Kimres.

... die anderen, weil sie gespannt sind auf etwas völlig Neues, noch nie Dagewesenes. Allen sei ein schönes Fest gegönnt – und hoffentlich war das Banner nicht zu teuer.

Zum Schluss

Habe ich Sie neugierig gemacht? Probieren Sie es aus. Ihr nächster Flyer, die neue Ausgabe Ihres Newsletters – was auch immer. Lassen Sie mich einen Blick drauf werfen.