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Zeilen zur Krise XLIV: Handhygiene

Ich habe mir schon immer regelmäßig die Hände gewaschen, das ist mir ein persönliches Bedürfnis. Wenn auch zugegebenermaßen nicht 30 Sekunden. Ich habe es versucht – es ist mir einfach zu lang.

Zumal ich mich dann in dem Dilemma wiederfinde, nicht so viel Wasser verbrauchen zu wollen. Man könnte für die 20 Sekunden zwischendrin den Hahn zudrehen, dann muss man aber mit seifigen Händen wieder an die Armatur und ihn aufdrehen. Dann ist aber der Wasserhahn seifig und das ist nicht angenehm. Also laufen lassen. Und zweimal dieses Lied singen, Happy Birthday. Ich schaffe das allerdings problemlos in zehn Sekunden, und das muss dann auch mal reichen.

Außerdem tatsche ich draußen auch nicht ständig alles an. Ich muss nicht unentwegt Dinge anfassen, die mir nicht gehören. Und wenn doch, dann nehme ich den Handrücken. Wenn ich an der Ampel stehe, dann drücke ich diesen Taster mit dem Handrücken, in der Illusion, ich könnte so günstigen Einfluss nehmen auf das Verkehrsgeschehen. Kontrollillusion nennt man das. Und obwohl ich viele dieser Taster im Verdacht habe, in keiner Weise mit der Ampel oder sonst einem System in intelligentem Kontakt zu stehen, drücke ich sie trotzdem immer wieder. Jetzt aber halt ausschließlich mit dem Handrücken. Auch Türklinken, nur mit dem Handrücken drücken. Wenn ich dann ziehen muss, wird es kompliziert, aber es geht. Dann klemme ich den Ellbogen hinter die Klinke, muss dafür zwar sehr nah an die Tür herantreten, sodass mir beim Öffnen die Füße im Weg sind – aber hat man das nicht oft genug so gemacht, wenn man mit vollen Händen vor einer aufzuziehenden Tür stand und kein Mensch helfen wollte?
Was immer ich im öffentlichen Raum berühre: Sofern es sich nicht vermeiden lässt, berühre ich es mit dem Handrücken. Und ich gehe auch nicht unbedacht mit den Händen ins Gesicht. Wenn mich der Heuschnupfen in den Augenwinkeln plagt, wenn es mich an der Nase juckt, dann lange ich nicht einfach mit den Fingern hin und kratze und reibe – nein, dann fahre ich da höchstens mal mit dem Handrücken drüber.
Und das ist dann der Moment, in dem mich das Murmeltier ansieht, fragend die Brauen hochzieht und mit seinem unnachahmlichen Charme sagt: „Du bist ja schon ein bisschen doof, du.“
Dann gehe ich beleidigt weg und wasche mir eine halbe Stunde lang die Hände.

Zeilen zur Krise XLV: Haustierarrest

Kurz notiert

Zum Mitnehmen

Manche meiner Kunden setzen zu viele Kommas – oder auch Kommata, das ist beides o.k. Daher habe ich immer welche übrig und gebe sie gerne kostenlos ab. Das ist eine Win-win-Situation für uns alle (übrigens nicht Win-Win-...).

Zum Vergleichen

Was kostet eigentlich ein Lektorat? Schwer zu sagen – die Forderungen variieren sehr stark. Meine Preise liegen aber eher im unteren mittleren Bereich des seriösen Spektrums. Und bedenken Sie: Bei den Kosten für eine hochwertige Publikation ist das Lektorat keine große Summe.

Zur Sicherheit

Wenn Sie unsicher sind, helfe ich gerne weiter. Nicht bei der Frage nach Tee oder Kaffee, aber z. B. bei der nach Dativ oder Genitiv. Kontaktieren Sie mich – ich kläre das und schicke Ihnen bei Bedarf eine kurze Expertise. Für meine Kunden gehört das zum Service.

Zum Lachen

Fehler als Lacher – mein Favorit ist hier immer noch (obwohl im Grunde eher zum Weinen): Ein Kundenmagazin, das die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie thematisiert, darin der Satz: „Der kleine Kevin wird jeden Morgen von 8 bis 12 Uhr bereut …“ Das arme Kind!
Auch sehr schön: der Nähstoff.
Und natürlich aus jüngerer Zeit: der Strandpunkt – ach, da möchte man doch grad die Strandtasche packen und Richtung Meer flipfloppen.

Zum Feiern

Vermutlich werden in diesem Jahr besonders viele Besucher nach Faid strömen: Die einen, weil sie sich wie jedes Jahr auf die Kirmes freuen,

Kimres.

... die anderen, weil sie gespannt sind auf etwas völlig Neues, noch nie Dagewesenes. Allen sei ein schönes Fest gegönnt – und hoffentlich war das Banner nicht zu teuer.

Zum Schluss

Habe ich Sie neugierig gemacht? Probieren Sie es aus. Ihr nächster Flyer, die neue Ausgabe Ihres Newsletters – was auch immer. Lassen Sie mich einen Blick drauf werfen.