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Bericht aus der Werkstatt mit Großnager XVIII: Spatzenhirn

Immer wieder wagen sich Vögel in unseren Wintergarten, wenn er ein wenig offensteht. Und dann finden sie nicht mehr raus – letztlich haben all diese Sperlinge, Meisen und Finken, so hübsch sie auch alle sein und zwitschern mögen, halt doch nur ein Spatzenhirn.

Dann öffnen wir die Türen ganz weit und meist finden sie dann auch wieder den Ausgang. Manchmal aber, wenn auch nur sehr selten, versucht einer bei geschlossenen Glastüren und mit Anlauf in den Wintergarten zu gelangen, und das geht dann nicht gut aus. Dagegen hilft, wie mir ein Folder des BUND versichert, die Scheiben mit Fensterfarbe sichtbar zu machen. In handbreiten Abständen solle man das Glas hübsch mit Blümchen bemalen oder mit weitgehend dichten Vorhängen aus Kordeln die Vögel davon abhalten, gegen die Scheiben zu donnern. Greifvögel-Fakes an die Scheiben geklebt hülfen dagegen gar nichts.
„Wir können die Kordeln ja auf die Fenster malen“, schlägt das Murmeltier vor. Gut – das sieht zwar alles gleich scheiße aus und verdunkelt den Raum mehr als der Saharastaub im Mai, aber Millionen Vögel, die jährlich an deutschen Fensterscheiben verenden? Damit möchte man sich doch nicht belasten.

Vielleicht ziehen die Bilderbuchblümchen aber, wenn sie zu gut gelungen sind, die Bienen an, die unweit des Hauses von einem Imker gehalten werden. Letztens ist ein ganzes Volk unter Stress ausgebüxt und hat zu Tausenden direkt vor dem Wintergarten unruhig Schatten geworfen. Ein unglaublicher Schwarm Bienen – ich wollte sie zählen, aber sie haben einfach nicht stillgehalten.

Das Murmeltier hilft eifrig mit – Malen macht ihm großen Spaß. Wir verschönern die Glasscheiben in großer Fläche, sodass man zwar kaum noch rausschauen kann, aber Vorhänge? Nein! Das Murmeltier pinselt Blumen und lustige Kleinnager, der Lektor malt Wolken, Bäume und Sonnenblumen. Dann will der Großnager noch ein paar Verwandte von außen auf die Schiebetüren malen und eilt sofort nach draußen.

Was denn das furchterregendste Tier wäre, seiner Ansicht nach, frage ich das Murmeltier Minuten später.
Thäbelthahntiger – wietho?“, fragt es zurück und drückt sich einen Eisbeutel an die lädierte Stirn.
„Dann“, erkläre ich mit unaufrichtig unterdrücktem Spott, „sollten wir für dich vielleicht ganz unten ein paar Säbelzahntiger auf die Scheiben malen.“

Wie es so weit kommen konnte, wie der Großnager in die Werkstatt kam, über die Fleischereifachverkäuferin, das Känguru und die Maskenpflicht – verfolgen Sie meinen Blog am besten von vorne oder ab hier

Kurz notiert

Zum Mitnehmen

Manche meiner Kunden setzen zu viele Kommas – oder auch Kommata, das ist beides o.k. Daher habe ich immer welche übrig und gebe sie gerne kostenlos ab. Das ist eine Win-win-Situation für uns alle (übrigens nicht Win-Win-...).

Zum Vergleichen

Was kostet eigentlich ein Lektorat? Schwer zu sagen – die Forderungen variieren sehr stark. Meine Preise liegen aber eher im unteren mittleren Bereich des seriösen Spektrums. Und bedenken Sie: Bei den Kosten für eine hochwertige Publikation ist das Lektorat keine große Summe.

Zur Sicherheit

Wenn Sie unsicher sind, helfe ich gerne weiter. Nicht bei der Frage nach Tee oder Kaffee, aber z. B. bei der nach Dativ oder Genitiv. Kontaktieren Sie mich – ich kläre das und schicke Ihnen bei Bedarf eine kurze Expertise. Für meine Kunden gehört das zum Service.

Zum Lachen

Fehler als Lacher – mein Favorit ist hier immer noch (obwohl im Grunde eher zum Weinen): Ein Kundenmagazin, das die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie thematisiert, darin der Satz: „Der kleine Kevin wird jeden Morgen von 8 bis 12 Uhr bereut …“ Das arme Kind!
Auch sehr schön: der Nähstoff.
Und natürlich aus jüngerer Zeit: der Strandort – ach, da möchte man doch grad die Strandtasche packen und Richtung Meer flipfloppen.

Zum Feiern

Vermutlich werden in diesem Jahr besonders viele Besucher nach Faid strömen: Die einen, weil sie sich wie jedes Jahr auf die Kirmes freuen,

Kimres.

... die anderen, weil sie gespannt sind auf etwas völlig Neues, noch nie Dagewesenes. Allen sei ein schönes Fest gegönnt – und hoffentlich war das Banner nicht zu teuer.

Zum Schluss

Habe ich Sie neugierig gemacht? Probieren Sie es aus. Ihr nächster Flyer, die neue Ausgabe Ihres Newsletters – was auch immer. Lassen Sie mich einen Blick drauf werfen.